1658 ließ
sich der Pastor der St. Johannis-Kirche in Nieblum auf Föhr malen
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Aber er
war wohl mit dem Bild nicht zufrieden. Darum musste der Maler auf der Rückseite
des Bildes ein weiteres Bild anfertigen. |
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Dieses
Bild gefiel besser – es hängt
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Im
Nordfriesischen Jahrbuch 1984 und der Kirchengeschichte von Föhr finden
wir über ihn:
„Laurentius
Jacobi (Lorenz Jacobsen) war Pastor an der Nieblumer Kirche von 1629 bis 1667,
er starb am 9.4. jenes Jahres. Geboren um den 24.6.1597 in Abel bei Tondern als
Sohn des dortigen Pastors Jacob Lorenzen und seiner Ehefrau Margaretha geborene
Arndt. Er ging 4 Jahre auf
die Schule in Tondern, 4 Jahre in Flensburg, dann war er 2Jahre Student der
Theologie in Rostock, 1,5 Jahre in Wittenberg (1618).
Von
1620 bis 1629 wirkte er in Nieblum als Diaconus, als 2. Geistlicher. Über sein
Leben sind wir genau unterrichtet, denn bei seiner Trauerfeier im Jahre 1667
hielt der damalige Diaconus und spätere Pastor Jacobus Lyra die Leichenpredigt,
die er 1668 in Schleswig drucken ließ. Die alten Leichenpredigten enthalten
einen Abschnitt »Personalia« mit genauen Angaben über den Lebenslauf. Jacobus
Lyra hat auch die Leichenpredigt für die zweite Frau des Pastors Jacobi und für
die Frau seines Sohnes und Nachfolgers Bernhard Laurentii gehalten und drucken
lassen. Ein schmaler Band mit den zwei erstgenannten Leichenpredigten und einer
Folge von Trauergeschichten war jahrhundertelang im Besitz der Nachkommen Peters
auf der >Werft< in Oevenum, zuletzt nachweislich 1890. Danach ist dieses
Dokument der Kirche St. Johannis überlassen worden und befindet sich heute im
Nieblumer Pastoratsarchiv. Die Leichenpredigt für die Schwiegertochter ist in
der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen vorhanden. Der Abschnitt »Personalia«,
vom Ehemann geschrieben, wird abgelichtet ebenfalls im Pastoratsarchiv
aufbewahrt...
...Danach
hat Pastor Laurentius Jacobi schwere Zeiten erlebt: Kriege, Pestilenz und
Sturmfluten. Er war nicht nur Pastor in St. Johannis, sondern auch Organist, bis
ihn sein jüngster Sohn Peter ablöste.
Im Jahre 1621 heiratete der Diaconus L. Jacobi die jüngste Tochter
Catharina des bereits 1603 verstorbenen Pastors an St. Johannis Otto Richard;
und seiner Ehefrau Drude Mauritius, einer Schwester des Tonderner Propsten
Johannes Mauritius und tochter des Eckernförder Pastors Bernhard Mauritius und
seiner Frau Margarethe Boysen.
...In
einem Gedicht wendet sich der spätere
Pastor Bernhard Laurentii an seinen verstorbenen Bruder Benjamin; er zählt die
Verwandten auf, denen Benjamin im Himmel begegnen wird. Unter ihnen befindet
sich »Magister Otto, dem Wittenberg geschenkt die Kron«. Das kann nur
bedeuten, dass »Magister Otto« in Wittenberg ordiniert worden ist, was
zutrifft. Er war der Großvater von Bernhard Lorenzen. Auch seine verstorbene
Mutter erwähnt er als letzte »in diesem Oberrat« - leider nennt er ihren
Namen nicht, sondern bedauert nur ihren frühen Tod. ...Sie hieß Catharina und
war die jüngste Tochter des Magisters Otto Richardi, der unter seinen Föhringer
Landsleuten Ocke Rörden hieß und ein Sohn des Schmackschiffers Rörd Arfsten
war. Catharina schenkte ihrem Mann vier Söhne, von denen einer früh starb. Die
Reihenfolge der Söhne ergibt sich aus der Widmung des Jacobus Lyra; er widmet
seine Leichenpredigt den Söhnen des verstorbenen Pastors wie folgt:
Peter Lorenzen wird nicht studiert haben, deswegen wird sein Name nicht
latinisiert.
Die erste Frau des Pastors Laurentius Jacobi wurde ein Opfer der Pest und
starb 1629. Auch ihr Stiefvater Jacob Boetius starb 1629 an dieser Seuche, und
Laurentius Jacobi trat seine Nachfolge als Hauptpastor an. Als Witwer mit vier Söhnen
heiratete der Pastor am 17.10.1630 die Witwe Nummen des Hans Andersen. Sie war
am 1.1.1601 auf Oland geboren als Tochter des Pave Paven (Paysen) und seiner
Frau Binne Ingwers, einer Tochter des Ingwer Sievertsen, dem das schöne Epitaph
von 1613 in der Kirche zu Königsbüll auf der Insel Strand gewidmet wurde.
(Dieses Epitaph wurde auf Bitten der Nachkommen - wahrscheinlich also auch jener
Binne, die später zu ihrer Tochter nach Föhr zog - aus der durch die Flut von
1634 zerstörten Königsbüller Kirche nach Nieblum überführt.) Nummen Paven
hatte schon 1616 Hans Andersen von Föhr geheiratet. Dieser Hans Andersen muß
wohlhabend gewesen sein, denn er stiftete für die 1618 aufgestellte Kanzel der
St. Johanniskirche mit anderen zusammen (u.a. dem vorhin genannten Rörd Arfsten)
eine größere Summe. Im Jahre 1620 schenkte er als Kirchengeschworener mit
seiner Frau zusammen die Kanzel der Kirche auf Oland. Eine Inschrift erinnert an
das Stifterpaar....
Mit
Nummen Paven war Laurentius Jacobi fast 34 Jahre verheiratet. Über ihr Leben
und Sterben (31.8.1664) berichtet Jacobus Lyra ausführlich. Dieser zweiten Ehe
entstammen sechs Kinder. Vier Söhne starben jung, auch eine Tochter wurde nicht
erwachsen. Nur der Sohn Peter blieb am Leben. Er löste den Vater als Organist
ab und wurde Landvogt von Osterland-föhr mit Wohnsitz Oevenum.
Hier beginnt ein bisher ungelöstes Problem. Nach J. Braren wird
Laurentius Jacobi »in einem alten >Buren-Landbook<« als Landbesitzer
unter den Oevenumer Bauern wie folgt aufgeführt:
Nr.
36. Her Laurentio Jacobi.
5 Bältring und l verndel in Ouenem dorchstring.
1 Lästal min. l verndel in langwerem.
2 Lästal in Nickels Popen Tro.
2 Lästal in Schorfwerem.
3 Lästal in de verding.
4 Lästal in de Korn Harn.
Es fällt auf, daß kein Ackerland genannt wird (in Ammerland gemessen).
Vier Bältring entsprechen etwa einem Demat Weide, vier Lästal einem Demat
Wiese. Im ganzen handelt es sich um eine Fläche von etwas mehr als 2 ha; der
Landbesitz war also nicht groß.
Wie ist
der Pastor zu diesem Besitz gekommen? Im »Buren-Landbook« wird leider kein
Jahr genannt. Es gibt drei Möglichkeiten: Entweder hat er das Land gekauft oder
als Mitgift seiner ersten oder zweiten Frau erworben. Als Pastor hatte er seinen
Sitz in Alkersum, bewirtschaftete wohl einen Teil des Kirchenlandes selbst und
verpachtete den Rest. Weil drei Söhne studierten, hatte er große Ausgaben. In
den späteren Jahren dürfte sich die finanzielle Lage gebessert haben. Es ist
zu berücksichtigen, dass beide Ehefrauen aus wohlhabenden Familien stammten und
wahrscheinlich über nicht wenig Geld verfügten. Dass ein Pastor Ländereien
kaufte, war gewiss nicht üblich, scheint aber in diesem Fall möglich gewesen
zu sein.
Der Vater der ersten Frau, Pastor Otto Richardi, war ein Sohn des sehr
wohlhabenden Schmackschiffers und Ratmannes Rörd Arfsten in Midlum, der für
die Nieblumer Kanzel die gleiche Summe gestiftet hat wie Hans Andersen, der
erste Mann von Nummen Paven. Ein Bruder des jung verstorbenen Pastors war der
Landvogt Nickels Rauerts (Rörden) (1635-1655). Es gab noch einen dritten
Bruder, Arfst Rörden. Der reiche Vater wird seinen Söhnen Geld oder Land oder
beides vererbt haben. Da der Vater den Pastorensohn überlebte, wird dessen
Anteil an die Töchter gegangen sein; dadurch war Catharina vermutlich bei ihrer
Eheschließung das, was man eine >gute Partie< nennt. Da ihre Großeltern
in Midlum lebten, kann man durchaus an Landbesitz in und um Oevenum denken. Die
Söhne Catharinas waren als Pastoren versorgt. Peter Lorenzens Ausbildung dürfte
im Vergleich mit der seiner Stiefbrüder sehr wenig gekostet haben, so daß man
ihn mit Land versorgte. Ihm kam ja auch das zu, was ihm seine eigene Mutter
hinterlassen hatte. Ohne diesen Landbesitz wäre er kaum Landvogt geworden.
Dieser Peter Lorenzen ist der Stammvater der Oevenumer Familie Peters, heute
Oevenum-Marsch.
Wir wissen nicht, ob die Kinder der Trienke Wagens (Wögens) am Leben
geblieben sind und Nachkommen gehabt haben. Bei der hohen Sterblichkeitsrate
jener Tage könnte man durchaus auch noch an Erbschaft nach Hans Andersen
denken. Wahrscheinlich wohnten Peter Lorenzen und seine Nachkommen von Anfang an
auf der >Werft<, der künstlichen Erhöhung am Rande der Marsch
Unter den Nachfahren waren zahlreiche Männer, die sich um das öffentliche
Wohl verdient gemacht haben. Braren erwähnt die Ratmänner Peter Peters (1672
bis 1745), den Sohn von Peter Lorenzen und seiner Frau Marike Hans Bandix von
Hooge, Eschel Peters (1714-77) und Peter Eschels (1759-1840), der Deichvogt war
wie sein Enkel Peter Eschel Peters (1832-1896). Dessen Sohn war der Bauernvogt
und Deichoffiziale Nahmen Simon Peters (1855-1935). Ihm folgte sein Sohn Newton
Peters (1893-1978). Sein Nachfolger Peter Eschel Peters verließ nach 300 Jahren
den alten Stammplatz und bezog einen neuen Aussiedlerhof in der Marsch. Der
bekannteste Vertreter der letzten Generation dürfte Dr. L. C. Peters
(1885-1949) sein, der sich durch viele heimatkundliche Schriften, sein Bühnenstück
»Ohme Petje ütj Amerika«, vor allem aber durch seine Lieder einen Namen
gemacht hat.
Zum Schluß noch etwas über andere Nachkommen des Laurentius Jacobi:
Braren berichtet über
die Nachkommen des Pastors Bernhard Jacobi, vor allem über die Halligpastoren
Bernhard Lorenzen auf Nordmarsch (den Enkel) und dessen Sohn Lorenz Lorenzen,
der eine genaue Beschreibung dieser Insel verfaßte". Dieser Lorenz
Lorenzen war Pastor an der Alten Kirche auf Pellworm. Die Geschwister des
Pastors Bernhard Lorenzen heirateten auf der Insel Föhr und haben eine
zahlreiche Nachkommenschaft hinterlassen.
Interessant ist auch die Nachkommenschaft des ältesten Laurentius
Jacobi-Sohnes, des Pastors Otto Laurentii aus Morsum. Otto Laurentii heiratete
die Tochter Anna seines Vorgängers Jens Boysen (Boetius). Eine Tochter mit
Namen Clara Christina sicherte die >Familienpfründe< durch ihre Eheschließung
mit dem späteren Nachfolger ihres Vaters, Urban Flor, auf den wir unten zurückkommen.
Ein Sohn dieses Pastorenehepaares, Martin Flor, folgte zunächst seinem Vater
als Pastor in Morsum, wurde dann aber Archidiaconus an der Christkirche in
Tondern, wo er am 14,10.1759 starb. Dieser Martin Richard Flor hat eine der frühesten
und gründlichsten Beschreibungen der Insel Sylt verfaßt. An dieser Morsumer
Pastorenfamilie läßt sich beobachten, wie eine Pfarrstelle durch Söhne und
Schwiegersöhne über hundert Jahre hindurch in der gleichen Familie
>vererbt< werden konnte.
Urban Flors Vater, Paulus Flor, Diaconus an St. Laurentii auf Föhr,
hatte sicher ähnliche Bestrebungen - eine streitbare Laurentius Jacobi-Enkelin,
Tochter des Risumer Pastors Jacobus Laurentii, vereitelte sie. Jene Hanna
Catharina heiratete den Pastor Bartholomäus Richardi, Sohn des bekannten
Richardus Petri, der Nachfolger seines Vaters an St. Laurentii geworden war. Als
dieser 1689 starb, bewarb sich der langjährige Diaconus Paulus Flor um die
Stelle des Hauptpastors. Sein Pech war es, dass er seit zwanzig Jahren
verheiratet war und dass die Witwe des Vorgängers nicht bereit war,
>ihre< Stellung zu räumen. Offenbar versprach sie dem Wählergremium,
dass sie bereit sei, den Nachfolger zu heiraten. Paulus Flor behauptet, er habe
die Wähler hinter sich gehabt - Hanna Catharina hatte offenbar die besseren
Beziehungen (ein Verwandter war Propst in Tondern). Sie schloß ihre zweite Ehe
mit Lago Ägidius Wedel, der nun Pastor an St. Laurentii wurde. Eine Tochter
dieser Ehe sollte durch ihre Heirat mit Philip Quedens die >Erbfolge< in
der nächsten Generation sichern; sie starb aber noch im Jahr ihrer Heirat ohne
Nachkommen 1724. Ihr Bruder Bartholomäus Wedel wurde Pastor auf Amrum.“
Auch im
Nordfriesischen Jahrbuch von 2000 finden wir Berichte über Nachkommen des
Lorenz Jacobsen:
Seine Enkelin Anna Christina Laurentii heiratete 1692 auf Sylt den Adjunkten ihres Vaters Otto, den Urban Flor. Ihre Tochter Beate Dorothea heiratete den Diakon Johann Brodersen aus Leck. Und ist damit die Ururgrossmutter des Komponisten Johannes Brahms.
22.04.2002