Friedrich Dame

22.7.1567 - 18.12.1635

geboren in einem zum Kloster Preetz gehörendem Ort (vermutlich Dame) , evang. Pastor, Sohn von Henrich Dame, Amtsverwalter in Glücksburg, später Kaufmann in Flensburg und Agathe von Leve(n) aus der von der Insel Nordstrand stammenden, ... geadelten Familie Leve. Verheiratet am 11.8 1564 in Flensburg mit Margarethe Laurentii, Tochter des Flensburger Diakons Lorenz Jacobsen (Laurentius Jacobi).

Friedrich Dame besuchte seit 1576 in Flensburg und seit 1575 in Herlufsholm auf Seeland das Gymnasium, ging 1586 zum Theologiestudium nach Rostock, 1588 nach Frankfurt/Oder. Dort wohnte er im Hause des Theologen Christoph Pelargus, wurde 1590 Magister und lehrte darauf einige Zeit in der Philosophischen Fakultät. 1592 erhielt er, vermutlich durch Verbindungen zur Familie Rantzau oder zum Münsterdorfer Propst Johannes Vorstius, das Rektorat der Schule in Itzehoe, 1594 wurde Dame Diakon an der Flensburger Nicolaikirche und heiratete bald darauf die Tochter seines Vorgängers. 1600 rückte er zum Pastor an seiner Kirche auf und 1604 wurde er Propst der Stadt und des Amtes Flensburg. In diesen Ämtern blieb er bis zu seinem Tode; nur bei der Besetzung der Herzogtümer durch kaiserliche Truppen floh er 1627 auf Befehl Christians IV. mit seiner Familie nach Seeland. Er lebte vorwiegend in Slagelse, bis er nach dem Frieden von Lübeck 1629 nach Flensburg zurückkehrte.

Dames schriftstellerische Tätigkeit diente zu einem Teil der Widerlegung theologischer Irrmeinungen. Die kleine Schrift über die Unsterblichkeit der Vernunft-Seele ist durch den Kryptokalvinismus am Gottorfer Hof veranlasst Die Abhandlung über die Auferstehung der Toten diente der Widerlegung des Flensburger Konrektors Jacob Neubauer, und die "Abgetrungene Relation" bekämpfte die spiritualistischen Anschauungen von Nicolaus Tetingund Hartwig Lohmann , mit denen sich Dame 1622 in Flensburg auseinanderzusetzen hatte. Dennoch lag der Schwerpunkt seines Interesses nicht auf dem Gebiet der Dogmatik sondern auf dem der Frömmigkeit. Wie vor allem seine späte Schrift „Vom alten und neuen Menschen" zeigt, vertrat er ein wesentlich durch Johann Arndt geprägtes, weltfeindliches Luthertum. Dame scheint in seinem Amisbereich nachhaltig gewirkt zu haben, denn sein Nachfolger Stephan Clotz sah sich zu einem strengen Kirchenregiment im Sinne der Orthodoxie veranlasst. (Schleswig-holsteinische Bibliographien)

Friedrich Dame wurde in Nikolai-Kirche begraben. Das Epitaph befindet sich heute im Eingangsraum der Kirche

Die Beschreibung des Steines (nach: Lateinische Inschriften in Flensburg): Es besteht aus einer hochrechteckigen Steintafel (h 189, b 74) mit schmalem Rollwerkrahmen. Oben, in einem Halbkreis eingefügt, hält ein Engel das Wappen Friedrich Dames und das seiner Ehefrau Margarethe.

 Unten in einer halbkreisförmigen Rollwerkkartusche Gebein und ein Totenkopf, aus dem 3 Ähren wachsen, Symbol für Tod und Auferstehung. von der Auferstehung spricht auch die zwischen den bildlichen Darstellung angeordnete Inschrift. Schrifttyp: Kapitale, erhaben

QVAE BONA.

SVMMVM DEVS ET UNUM

AETERNA IN DESIDERIO

TEMPORALIA IN VSV.

SED

SVMMI NON ERIS PARTICEPS

NISI INFIMA DESPEXERIS

HAEC COGITA TECUM

IN VNO ET SVMMO

OMNIA

Übersetzung:

Was Güter sind
Das einzige und höchste (ist) Gott,
Ewig darfst Du ersehnen,
zeitliches mußt Du tun.

Aber:

du wirst des höchsten nur teilhaftig werden,
wenn Du zuvor das unterste verachtest,
dies bedenke bei dir:
Auf dem Einen und Höchsten beruht
alles

 

Friedrich Dame hatte mit seiner Frau Margarethe 8 Kinder:

  1. Margaretha Dame, geboren am 13.7.1605, verheiratet 1625 mit dem Pastor von Großenwiehe Johannes Jessen und bei der Geburt ihrer Tochter Monika am 23.7.1626 mit ihrer Tochter verstorben.

  2. Anna Dame, verheiratet mit dem Pastor zu Hersbüll auf Nordstrand Petrus Johannis, der nach der Sturmflut von 1636 nach Husum zog und dort starb.

  3. Christina Dame, die nach dem Ableben ihres ersten Mannes, des Pastors von Solt, Laurentius Tuxen den Pastor in Satrup, Melchior Witte heiratete

  4. Catharina Dame wurde am 19. August 1645 in der Nikolaikirche in Flensburg begraben. Sie war mit dem Flensburger Kaufmann Detlev Johannsen, einem Sohn des Breklumer Pastors Johannis Johannis Brekling verheiratet.

  5. Agathe Dame, die älteste Tochter, heiratete am 15.5.1622 den Pastor von Handewitt, Jens Johann Brekling. Sie starb am 10.Juli 1645 in Handewitt. Durch ihre Tochter Christina ist sie Vorfahrin des Olaus H. Moller.

  6. Michael Dame wurde 1617 Pastor in Böel in Angeln. Er starb  am 26.Juli 1629

  7. Laurentius Dame studierte 1623 und 1624 in Wittenberg und wurde Pastor in Esgrus wo er am 21.Januar 1651 im 52. Lebensjahr starb.

  8. Hinrich (Hinricus) Dame, ältester Sohn, wurde 1626 Pastor in Oeversee. Er war 50 Jahre im Amt als er am  12. Juni 1676 starb.

 

12.10.2002